Abtei: Johannesfest bot
Musik-Feuerwerk zur Messe

Schwung von der Orgelbühne und viel Musik auch im Garten des Klosters

,,Das war Vielfalt im Gottesdienst, die mitriss.“
Eine Besucherin der Sonntagsmesse anlässlich des Johannesfestes bezog ihre Ansicht auf die ,,drei Patronate “ am Tag St. Peter und Paul (29.6) und besonders auf die Musik in St. Johann. Abt Albert stellte Johannes den Täufer als Missionar bescheidener Art vor. Der Festgottesdienst begeisterte musikalisch durch Trompeten-, Klarinetten-, Drums, Piano- und Orgelklang.

Alles präsentierten der Projektchor ,,Akzente“ und die Musikkolleg-Band unter der Gesamtleitung von Peter Schäfer bei Melodien von Andrew Lloyd Webber, Ludger Edelkötter und Eugen Eckert (NGL) bis hin zur powervoll jazzigen „Ragtime Messe“. Dieses Werk von Johann Kreuzpointner probt ,,Akzente“ gerade für große Auftritte in der zweiten Jahreshälfte.
,,Da war Swing, Spannung, Begeisterung und Bewegung von der Orgelbühne herab hör- und spürbar“, ergänzte ein Zuhörer beim Verlassen der Kirche. All das hatte im Gottesdienst zu einer Einheit höchst interessanter und passend kombinierter Stile geführt. So präsentierte der Projektchor mit der Band ein Feuerwerk zum Gotteslob und ,,so viel Musik wie möglich“, wie es das Motto des Hamborner Kollegs beschreibt. Zum bestehenden Ensemble der Musikkolleg-Band (Theresa Bürger an der Klarinette, Detlef Kaleta als Drummer und Dr. Matthias Keidel am Saxofon) gesellten sich Vokalensemble-Leiter Tobias Terhardt (Piano), sowie Gregorio Mangano, Trompeter mit sizilianischen Wurzeln aus Düsseldorfs City.

In der von Abt Albert mit Pater Michael Stern gefeierten Feststunde erinnerte der Abt an die Herkunft des Pfarrpatrons aus einer ,,Priesterfamilie“ in Jerusalem: „Johannes verzichtete auf die Vorteile dieser Herkunft. Er zog es vor, an den Jordan zu gehen. Statt an den Fleischtöpfen Jerusalems ernährte er sich am Fluss von Heuschrecken und wildem Honig.“
Auf den Heiligen Johannes und seine 1936 gesegnete Statue auf dem Dach des Hamborner Johannes-Hospitals verwies der Abt. „Als Bischof von Galen dort den ,Johannes‘ mit dem großen Kreuz in der Hand einweihte, erlebten Tausende, wie er verklausuliert und entschlossen gegen das Regime protestierte.“ Es war das Olympiajahr, in dem das NS-Regime sich und den Sport feierte, aber auch seine zunehmend antikirchliche Prägung zeigte. Der Abt erinnerte: „Durch das Bild des Täufers und die Botschaft Jesu setzten Christen dagegen Zeichen.“ Statt der Nazis könnte Jesus für die Menschen eine Wende in schwieriger Zeit anstoßen. Abt Albert blendete zurück: „Schon am Jordan war Johannes ja imstande gewesen, sich klein zu machen und auf Jesus und seine Verkündigung hinzuweisen.“ Sie bedeute bis heute mehr als Wohlstand und Macht.

Das folgende Fest im Klostergarten genossen trotz hoher Temperaturen beinahe 200 Menschen bei Begegnung und Musik. Trompeten- und Saxofon-Spiel (Gregorio Mangano sowie Matthias Keidel) begrüßten virtuos die Gäste, bevor die Bläsersymphonie bewegend und mit Klangfülle Akzente setzte. Zwischendurch gab es Grillwürste, Gulaschsuppe und Kuchen – und danach Auftritte von „Sing ma wat!“ aus Duisburg und von „remiXed“, dem Chor junger Erwachsener (Oberhausen).
Musikalisch reichte das Gespielte im Garten von konzertanten Musical-Klängen aus ,,König der Löwen“ (Bläsersym-phonie) über Ruhrpott- und Tote-Hosen-Songs (mit ,,Sing ma wat!“). Zugleich pfiffig und erfinderisch zeigten sich die knapp 20 Männer der Gruppe: Denn in oft bekannten Texten fanden Duisburger Zuhörer plötzlich humorvoll veränderte Ortsnamen aus ihrer Stadt wieder – von Serm im Süden bis nach Vierlinden ganz im Norden.
Den musikalischen Abschluss im Garten setzten die jungen Frauen und Männer von ,,remiXed“. Hörer/-innen erlebten wie etwa bei Annett Louisans „Drück die 1“ kleine Choreografien. Außerdem zu hören war Pop von „In the air tonight (Phil Collins) bis zu „It´s my life“ (Bon Jovi). Mit der Vesper in der Kirche klang am Nachmittag das Patronatsfest aus.
Ein großes Dankeschön geht an alle Helfer/-innen, die zum Gelingen dieses harmonischen Patronatsfestes beigetragen haben.

mk-u